Haushaltsrede 2017 – Gemeinderat HDH

Stellungnahme zum Haushaltsplan 2017

Es gilt das gesprochene Wort

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine Damen und Herren,

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ – diese Aussage kommt einem in den Sinn, wenn man auf den unerwarteten Wahlausgang in den USA blickt. Ich erspare es Ihnen, detaillierter darauf einzugehen. In den

Michael Sautter

Michael Sautter

vergangenen Tagen wurden zahlreiche Kommentare, Analysen und Bewertungen abgegeben. Die meisten kommen zum Ergebnis, dass es um unser aller Zukunft, um es gemäßigt auszudrücken, nicht zum Besten bestellt ist.
In Europa waren es vor allem die Rechtsnationalen, die den Sieg von Trump frenetisch gefeiert haben. Was braut sich da zusammen? Haben wir es mit Teilen einer Gesellschaft zu tun, die es nicht Wert schätzt, dass wir seit über siebzig Jahren im Frieden leben, weil die großen Nationen bis heute einen dritten Weltkrieg vermeiden konnten. Die zum Teil barbarischen Kriege in vielen Regionen dieser Erde sind dabei keineswegs klein zu reden.
Warum ist die Zahl der Menschen so groß, die in den vermeintlichen Heilsbringern und ihren populistischen Phrasen eine Lösung der Probleme sehen?

Ein Grund dürfte sicherlich sein, dass sich die Welt wirtschaftlich, technisch und politisch immer schneller weiterdreht. Hinter dem Schlagwort 4.0 steht eine digitale Revolution, die sich exponentiell beschleunigt.
Was heute noch vertraut ist, ist morgen schon fremd. Das erzeugt diffuse Zukunftsängste: der Verlust des Arbeitsplatzes, die Angst ausgespäht und abgehört zu werden, die Unfähigkeit am gesellschaftlichen Diskurs noch teilnehmen zu können, weil die Dinge immer komplexer und komplizierter werden. Dieser negative gesellschaftliche Umbruch und Wertewandel kann vielleicht am ehesten noch in den Kommunen abgefedert werden.
Gerade Mittelstädte wie Heidenheim können ihren Bürgern ein Stück vertrauter Lebensqualität bieten.

Allein der virtuelle Austausch in den sozialen Netzwerken kann niemals die zwischenmenschlichen Beziehungen in der realen Welt ersetzen.
Aus diesem Grunde müssen wir in unserer Stadt alle Einrichtungen und Initiativen stärken, die unseren Bürgern die Möglichkeit zum Meinungsaustausch, zur Information und zur kommunalen Beteiligung bieten.
Deshalb setze ich vor allem große Hoffnung auf unsere neue Stadtbibliothek. Wenn sie mit all ihren Einrichtungsfacetten zum angedachten täglichen Begegnungstreffpunkt von jungen und alten Heidenheimern wird, dann haben wir das Geld nicht rausgeschmissen.
Und auch städtebaulich und architektonisch entsteht ein Gebäude, das unsere Innenstadt aufwertet. Sie wissen, dass ich mich seit Jahren sehr kritisch mit der gebauten Umwelt in Heidenheim auseinandersetze. Aber zu diesem Neubau stehe ich uneingeschränkt.

 

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