Wie kann Sicherheit für die Menschen in Europa und Frieden für die Ukraine geschaffen werden? Unter dieser Fragestellung hatten wir zu einer öffentlichen Veranstaltung zum Jahrestag des Überfalls auf die Ukraine eingeladen. Unsere Landtagsabgeordnete Clara Resch konnte auf dem Podium mit der grünen Bundestagsabgeordneten Agnieszka Brugger eine der kompetentesten Außenpolitikerinnen des Landes und mit Jasmin Glänzel-Seibold und Matthias Seibold ein Paar begrüßen, deren Engagement für die Ukraine beispielhaft ist.
Wie ehrenamtliches Engagement hilft
Vier Jahre dauert der brutale Krieg auf dem Territorium der Ukraine mittlerweile und noch immer bieten die Menschen dem russischen Aggressor die Stirn. Dass sie dies bislang schaffen, liegt nicht zuletzt an der militärischen und finanziellen Unterstützung westlicher Staaten.
Es sind aber nicht nur Staaten und internationale Akteure, die die Ukraine unterstützen, sondern auch ehrenamtliches Engagement wie das der Seibolds. Vor vier Jahren gründeten diese den Verein „Heidenheim für Ukraine“, bei dem mittlerweile über 100 Personen, darunter viele Ukrainerinnen und Ukrainer, Hilfslieferungen organisieren, Spenden einwerben und geflüchtete Menschen unterstützen. Bis November hatte sie 555 Tonnen Hilfsgüter, Rettungsfahrzeuge, Medizintechnik, Schulmöbel, Generatoren und sogar gebrauchte PV-Anlagen in das Kriegsland gebracht.
Allianzen für Sicherheit und Demokratie
Die grüne Politikerin Agnieszka Brugger ist seit langem Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestags. Sie ist überzeugt, Wladimir Putin attackiert Zivilisten in der Ukraine, in Syrien und anderswo mit extremer Härte und Brutalität vor allem, weil er seine Macht von Freiheits- und Demokratiebewegungen bedroht sieht. Längst sind liberale Demokratien in Europa ebenfalls zur Zielscheibe Putins geworden. Sabotage, Cyberattacken und Desinformation bedrohen unsere Sicherheit täglich. „Schützen können wir uns am besten,“ sagte Agnieszka Brugger, „wenn wir Allianzen mit solchen Staaten schmieden, die genau wie wir das Völkerrecht, die regelbasierte Ordnung und die Demokratie achten und verteidigen.“
In der Fragerunde, die von Clara Resch moderiert wurde, spannten die Gäste den Bogen von der Wehrpflicht über Sicherheitsgarantien bis zur atomaren Aufrüstung. Die Antworten von Agnieszka Brugger darauf waren eindeutig: Nein, zu einer atomaren Bewaffnung von Deutschland! Ja, zur Wehrpflicht unter Beibehaltung des Rechts auf Wehrdienstverweigerung! Außerdem sei es notwendig, die Ukraine weiter militärisch und finanziell zu unterstützen und den Menschen dort die Perspektive für einen EU-Beitritt zu geben. Deutschland selbst müsse resilienter und unabhängiger von Energieimporten werden!
Gudrun Köpf




